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20 Prozent sind durchgefallen

So schaut der Testsieger von außen aus: Die deutsche Raststätte Medenbach Ost an der A3. (Foto: ADAC)

(red) (adac) Viel Licht, aber auch viel Schatten gab es beim diesjährigen ADAC-Raststättentest. Ein knappes Drittel aller getesteten Anlagen wurde mit "gut" bewertet, allerdings ist auch jeder fünfte Betrieb durchgefallen. Ein Erfolg war der Test aus deutscher Sicht: Die Raststätte Medenbach Ost an der A 3 bei Wiesbaden wurde Testsieger und erhielt als einzige Anlage die Note "sehr gut". Auch die Plätze zwei, vier und fünf gingen an deutsche Raststätten.

Als bester Autohof konnte Werneck an der A 70 den guten sechsten Platz belegen. Verlierer ist die italienische Raststätte Ventimiglia Autoporto Nord, die als einzige mit der Note "sehr mangelhaft" bewertet wurde. Beim neunten Raststättentest seit 1999 waren 65 Anlagen aus zwölf Ländern auf dem Prüfstand, darunter jeweils sieben Raststätten und Autohöfe aus Deutschland.

Nahezu keine Wünsche offen ließ der Sieger, die Mövenpick/Marché-Raststätte Medenbach Ost. Die Anlage ist übersichtlich beschildert, sehr gepflegt und sauber. Picknickplätze und Liegestühle laden zur Rast ein, Kinder finden im Außen- wie auch im Innenbereich zahlreiche Spielgeräte vor. Der Baby-Wickelraum und weitere Extras im gastronomisch guten Restaurant sorgen dafür, dass insbesondere Familien hier auf ihre Kosten kommen. Ein Minus gab es lediglich für die nicht gekennzeichneten Fußgängerüberwege.

Auf der ganzen Linie durchgefallen ist die Raststätte Ventimiglia Autoporto Nord auf der italienischen A 10 kurz vor der Grenze zu Frankreich. "Die Missstände dort sind unglaublich, die Autofahrer können getrost daran vorbeifahren", so ADAC-Vizepräsident für Tourismus, Max Stich. So ist bereits die Zufahrt irreführend, der Parkplatz nicht beschildert und der Verkehr nicht geleitet. Die Toiletten sind extrem ungepflegt und für Behinderte nicht erreichbar. Zudem gibt es keinen Wickeltisch und keine Spielgeräte im Außenbereich.

Wenig Wert legen die meisten Anlagen laut ADAC auf die Familienfreundlichkeit. Keine Spielplätze, Picknickplätze und akzeptable Wickeltische – zwei Drittel aller Anlagen sind in dieser Kategorie durchgefallen, darunter alle Raststätten Italiens, Belgiens, der Niederlande und Sloweniens sowie alle deutschen Autohöfe. Verbessert werden müssen laut Club auch die Hinweisschilder auf der Autobahn, damit Autofahrer bei der Suche nach einer geeigneten Rastanlage sofort erkennen, was sich hinter den Ankündigungsschildern verbirgt. So müssen etwa familiengerechte Autohöfe schon vor der Anfahrt von reinen Truck-Stopps unterschieden werden können.

18.07.07

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