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Kroatien - zum Baden (alleine) viel zu schade

(red) Das Partnerland der CMT 2012 hat mehr zu bieten als Sonne, Strand und Meer Reizvolles Hinterland lockt mit Kultur, Städten und herrlicher Natur

Winnetou war auch schon da. Mit einigem Stolz zeigt Helena Petrovic die Stelle, von der sich Old Shatterhands Blutsbruder aus Schwindel erregender Höhe den Wasserfall hinunter gestürzt hat – um drehbuchgerecht, wenngleich nicht ganz der Topographie entsprechend - im zwei Kilometer entfernten „Silbersee" einzutauchen. Wer erinnert sich nicht an das schier irreale Türkis aus dem Filmklassiker „Der Schatz im Silbersee"? Gedreht wurde 1962 überwiegend im Nationalpark der Plitvicer Seen - damals im Westen weitgehend unbekannt, heute eine der größten Touristenattraktionen Kroatiens, nicht weit von der Grenze Bosnien-Herzegowinas und der im Jugoslawien-Krieg schwer umkämpften Stadt Bihac entfernt.

Baden darf man heute, anders als Winnetou vor 50 Jahren, nicht im glasklaren Wasser der Korana, die insgesamt 16 Seen im Nationalpark speist, der übrigens seit 1979 auch zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Das ökologische Gleichgewicht im 295 Quadratkilometer großen Schutzgebiet ist fragil, der Belastung von mehr als einer Million Besuchern jährlich ausgesetzt. Das funktioniert nur mit strengen Regeln. Wunderschöne Wanderwege führen durch das Waldrefugium, kleine Elektrofähren setzen die Touristen über den See – überall gluckst, plätschert und rauscht es, die Fische im Wasser scheinen zum Greifen nah. Sich ablagerndes Calciumkarbonat hat zwischen den treppenförmig angeordneten Seen Travertinbarrieren gebildet, ungewöhnlich schnelle Verkalkung lässt diese innerhalb von 30 Jahren bis zu 90 Zentimeter wachsen. Bären, Wölfe, Hirsche, Fischotter, Wildkatzen und Füchse leben im Nationalpark Plitvice, dazu 321 verschiedene Schmetterlingsarten und knapp 1.500 Pflanzenarten, darunter 55 unterschiedliche Orchideen. „Das ist ein Paradies hier", sagt Fremdenführerin Helena Petrovic, „deshalb muss man es gut schützen".

Eigentlich gilt die Maxime von Plitvice für ganz Kroatien: zum Baden (alleine) viel zu schade. Obwohl es über 90 Prozent der 1,6 Millionen deutschen Touristen wie magisch an die 6.176 Kilometer lange Küstenlinie zwischen Piran und Dubrovnik oder auf eine der 47 bewohnten Inseln zieht - das europäische Partnerland der CMT 2012 hat viel mehr zu bieten.

Die Kapitale Zagreb zum Beispiel, mit ihrer stark von K.u.K.-Architektur geprägten Unter- und Oberstadt mit den beiden Kernen Kaptol und Gradec, dem Präsidentenpalast, der Kathedrale, dem Steinernem Tor, der bunten Kneipenzone um die Tkalčića Ulica, regem Kulturleben und allerlei Skurrilem wie dem 2010 eröffneten „Museum der zerbrochenen Beziehungen" hat sich in jüngster Zeit stark als eigenes Städtereiseziel entwickelt. Oder Varaždin, ein 50.000 Einwohner zählendes Barockstädtchen 60 Kilometer nördlich nahe der Grenze zu Ungarn und Slowenien an der Drau gelegen: „Klein-Wien" nannten die Habsburger die früher zu ihrem Riesenreich gehörende Kommune, die im 18. Jahrhundert für kurze Zeit sogar zur Hauptstadt Kroatiens avancierte. Emerich Kálman hat der Rosenstadt in seiner „Csardasfürstin" ein ewiges Denkmal gesetzt.

Auch heute strahlt Varaždin viel heiteren Charme aus mit seinen Barockbauten, dem Palais Drašković und dem bis ins 15. Jahrhundert zurück reichenden Rathaus, den netten Straßencafés, der mittelalterlichen Burg mit Wallgraben und dem angeblich „zweitschönsten Friedhof Europas" nach dem Père Lachaise in Paris, ab 1905 angelegt vom Landschaftsgärtner Hermann Haller. Beim alljährlichen „Špazirfest" im Spätsommer bestimmen eine Woche lang Straßenkünstler die Szenerie in der Stadt; rund 150.000 Menschen, viele davon standesgemäß in Barockkostümen, flanieren dazu durch die Gassen. Unweit der Stadt lockt mit Varaždinske Toplice der älteste Thermalkurort Kroatiens mit warmen Wasser und Gesundheit. Wem es mehr nach Wein gelüstet, der dürfte in den Zlatne Gorice-Hügeln unweit der Stadt fündig werden. Ein Stück weiter landeinwärts in Slawonien warten vor allem in der Gegend um Kutjevo noch jede Menge unentdeckter Wein-Juwelen auf den Kenner. Erzeuger wie Ivan Enjingij und Vlado Krauthaker sind inzwischen zumindest den Experten ein Begriff.

Während die der Küste Norddalmatiens vorgelagerten Kornati-Inseln schon lange als Paradies für Segler, Taucher und Schnorchelfans gelten, rückt die 75.000-Einwohner-Stadt Zadar trotz ihrer 3000-jährigen, stets wechselvollen Geschichte erst in jüngster Zeit stärker in den Blickpunkt des internationalen Tourismus‘. Darüber freut sich einer wie Bruno Skoblar natürlich sehr: gemeinsam mit seinem Bruder Josip, der Ende der sechziger Jahre sehr erfolgreich bei Hannover 96 in der deutschen Bundesliga kickte und jugoslawischer Nationalspieler war, führt er die Familientaverne „Konoba Skoblar" am Trg Petra Zoranića in der Altstadt: „Wir bemühen uns um unsere Gäste, und die wissen das auch zu schätzen." Die Konoba ist bekannt für ihre ungezwungene Atmosphäre, leckere Meeresfrüchte und dalmatinische Live-Musik am Wochenende.

Keine 30 Kilometer von Zadar entfernt schmiegt sich ein weiteres wenig bekanntes Kleinod in die zerrissene Küstenlinie Norddalmatiens hinein: die einstige Königsstadt Nin, das „Herz der kroatischen Kultur". Im Jahre 879 wurde das heute 1700 Einwohner zählende und etwas verschlafen wirkende Städtchen auf einer kleinen Laguneninsel erstmals in einem Brief von Papst Johannes VIII. als Geburtsort des neuen kroatischen Staates erwähnt. Außer einem informativen Archäologie-Museum mit Funden bis zurück in die Römerzeit, einer Saline und Heilschlamm-Behandlungen für Rheumatiker lockt Nin mit einer besonderen Attraktion: der aus dem 9. Jahrhundert stammenden „Kirche des Heiligen Kreuzes", der kleinsten Kathedrale der Welt. Und einen Atem beraubenden Blick über die Küste und das Velebit-Gebirge gibt‘s gratis dazu. Seit 2010 ist Nin offiziell „European Destination of Excellence".

Wer (verständlicherweise) trotzdem nicht auf das Baden im Wasser der Adria verzichten will, findet quasi vor der Haustür im Holiday Village Zaton, einer vom ADAC ausgezeichneten Fünf-Sterne-Campinganlage, sehr schönen Sandstrand. Oder er fährt er ein paar Kilometer weiter auf die karge, schroffe Kalkstein-Insel Pag, die neben Salz und geklöppelten Spitzen vor allem für ihren würzigen Schafskäse bekannt ist. Und neuerdings auch als Partytreff für die junge Generation, denn Pag verfügt über herrliche Strände. So ganz ohne Baden geht es dann doch nicht in Kroatien…

Kroatien ist europäisches Partnerland der CMT 2012, die vom 14. bis 22. Januar in der Messe Stuttgart stattfindet. Das Land wird sich am Stand in Halle 4 (B 12) in seiner ganzen landschaftlichen und kulturellen Vielfalt präsentieren. Folklore-Gruppen treten während der gesamten Messe am Stand und auf verschiedenen Showbühnen auf, die berühmte Zagreber Cellistin Ana Rucner gastiert bei der CMT-Eröffnung am 14. Januar und gibt am Abend zuvor ein Konzert in Stuttgart. Der 100.000. CMT-Besucher darf sich – voraussichtlich am Mittwoch, 18. Januar – über eine Woche Urlaub für zwei Personen in Dalmatien freuen. Und am Donnerstag, 19. Januar, kann man bei kroatischen Spezialitäten und Weinen im Café le Théatre schlemmen.

23.12.11

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