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Reisemobiltourismus bietet wirtschaftliche Chancen für Stellplatzbetreiber

(red) (civd) Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf fand zum ersten Mal das „Fachforum Reisemobilstellplätze“ statt. Der ADAC und der Caravaning Industrie Verband (CIVD) hatten ein breites Fachpublikum geladen, um über aktuelle Entwicklungen im Reisemobil-Tourismus zu diskutieren. Dabei ging es vor allem um die wirtschaftlichen Chancen, die die Schaffung von Stellplätzen Touristikern und Kommunalpolitkern bietet. Da immer mehr Deutsche mit einem Reisemobil verreisen, müssen auch die Stellplatz-Kapazitäten mitwachsen.

Zahlreiche Vertreter der Caravaning-Branche, Tourismusvertreter, Wissenschaftler und Experten, Stellplatzbetreiber und Fachjournalisten folgten der Einladung, um über die aktuelle Entwicklung und Zukunft des Reisemobiltourismus in Deutschland zu diskutieren. In mehreren Fachvorträgen und einer moderierten Podiumsdiskussion wurde das enorme wirtschaftliche Potenzial des Reisemobiltourismus ebenso thematisiert wie planungstechnische Grundlagen und aktuelle Trends, darunter die Digitalisierung.

Aufgrund der stetig steigenden Popularität von Urlaub mit dem Reisemobil bietet der Reisemobiltourismus interessante Chancen für Touristiker, Kommunalpolitiker und Investoren. Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr e. V. an der Universität München (dwif) hat die ökonomische Bedeutung des Camping- und Caravaning-Tourismus in einer Studie untersucht. Das Ergebnis: Urlauber, die Deutschland mit einem Reisemobil, Caravan oder Zelt bereisen, bescherten der heimischen Wirtschaft im vergangenen Jahr 14 Milliarden Euro Umsatz. Das ist ein deutlicher Anstieg um 11,5 Prozent verglichen mit dem Jahr 2016. Davon profitieren viele verschiedene Branchen und Unternehmen, neben den Betreibern von Camping- und Stellplätzen vor allem die örtliche Gastronomie, der Einzelhandel und alle Arten von Kultur- und Freizeiteinrichtungen. „Vielen privaten und öffentlichen Entscheidungsträgern ist noch immer nicht bewusst, welch kaufkräftige und konsumfreudige Zielgruppe Reisemobilisten sind“, sagt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes e.V.

Die Zahl der Stellplätze stieg in den vergangenen Jahren auf derzeit ca. 4.000, konnte aber nicht mit den enormen Zuwächsen bei den Reisemobilzulassungen mithalten. In Deutschland sind inzwischen über eine halbe Millionen Reisemobile zugelassen. Das ist ein Drittel mehr als noch vor fünf Jahren. Angesichts des jährlichen, zweistelligen Wachstums bei den Neuzulassungen von Reisemobilen dürfte der Fahrzeugbestand auch künftig weiter steigen. Der CIVD hat im vergangenen Jahr den Bedarf an Stellplätze untersucht. Derzeit ist noch kein genereller bzw. flächendeckender Mangel an Stellplätzen zu erkennen, allerdings kann es in besonders nachgefragten Gegenden teilweise zu Engpässen kommen. So sind als Regionen mit Nachholbedarf zum Beispiel der Bodensee und Oberbayern zu nennen, zudem fast alle größeren sowie historischen Städte, darunter Frankfurt, München, Leipzig, Heidelberg und Potsdam.

Der CIVD setzt sich für die Schaffung zusätzlicher Stellplatzkapazitäten ein und hat dazu verschiedene Maßnahmen ergriffen. Unter anderem hat der Branchenverband an der Aktualisierung der DTV-Planungshilfe für Stellplatzbetreiber mitgewirkt und die Info- Website reisemobil-stellplatz.info gelauncht, die umfangreiche Praxistipps für den Bau und Betrieb von Stellplätzen bereithält. CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso sieht jedoch auch die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern, beispielsweise durch den Ausbau der Infrastruktur und den Abbau von bürokratischen Hürden. "Insbesondere bei den Genehmigungszeiten beim Bau von Stellplätzen, bei einer Modernisierung des Bundesmeldegesetzes und bei den Führerscheinregularien für Reisemobile über 3,5 Tonnen Gewicht sehen wir akuten Handlungsbedarf. Nur so können die enormen Potenziale, die der Reisemobiltourismus bietet, voll ausgeschöpft werden “, so Onggowinarso.

Infos im Internet:
www.civd.de
caravaning-info.de

04.09.19

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