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Donnerstag, 14. Dezember 2017

          

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Costa Brava - Auf Entdeckungstour entlang der wilden Küste Kataloniens

Oben der Künstlerort Cadaques, unten v.l. das Dali-Museum in Figueres, ein Blick auf die Buchten von Palafrugell und Strandleben bei Sant Pere Pescador im Golf von Roses. (Fotos: Hubert Richter / Camping Ballena Alegre)

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(hr) Wer von Südfrankreich an der Mittelmeerküste entlang die Grenze nach Spanien überquert, erreicht die autonome Region Katalonien. Eine ihrer Hauptattraktionen und seit Jahrzehnten beliebtes Ziel mittel- und nordeuropäischer Camper ist die Costa Brava.

Die "wilde Küste", so die deutsche Übersetzung für "Costa Brava", hat ihren Namen nicht von ungefähr: Raue Felspartien an Steilhängen wechseln sich ab mit kleinen Badebuchten, aber auch mit ausgedehnten breiten Sandstränden und leicht hügeligem Hinterland, etwa im Golf von Roses. Gut 200 Kilometer lang erstreckt sich die Costa Brava vom Grenzstädtchen Portbou im Norden bis nach Blanes, rund 60 Kilometer nördlich der katalanischen Hauptstadt Barcelona. Etwas im Hinterland liegt die Provinzhauptstadt Girona (knapp 100.000 Einwohner) mit einer sehenswerten Altstadt und der berühmten Kathedrale.

Sonnenanbeter und Wasserratten bevorzugen vor allem den Golf von Roses mit großzügigem Sandstrand und guten Windverhältnissen für Surfsportarten. Hier reihen sich viele Campingplätze aneinander, darunter einige der größten überhaupt an der Costa Brava: Las Dunas und Ballena Alegre in Sant Pere Pescador sind Campingfans ein Begriff.
Wer die Costa Brava mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagengespann erkunden möchte, muss sich auf kurvige Strecken einstellen. Aber pittoreske Städtchen wie der Künstlerort Cadaques (mit Wohnhaus von Salavador Dali) oder Palafrugell mit den malerischen Ortsteilen Calella, Llafranc und Tamariu lohnen die Anstregungen der Fahrt. In Calella de Palafrugell bietet beispielsweise der Campingplatz "La Siesta" im Pinienwald viele Sportmöglichkeiten und ein umfangreiches Betreuungsangebot für Familien mit Kindern. Er lockt mit schöner Poolanlage und kurzem Fußweg zum 400 Meter entfernten Strand.

Dass die Costa Brava nicht nur vom Land aus "wild" wirkt, kann man auf einer Bootsfahrt von L'Estartit zu den Illes Medes im wahrsten Sinn des Wortes "erfahren". Wer nicht seefest ist, dem schlägt der hohe Wellengang an den Klippen der kargen Inselgruppe schnell auf den Magen. Das Gebiet steht unter Naturschutz, und von den Fenstern im Rumpf des Ausflugsbootes lässt sich bei der Rundfahrt die besonders geschützte Unterwasserwelt beobachten. Wer danach noch Appetit verspürt, kann sich im Claub Nautic im Hafen von L'Estartit gut und günstig stärken.

Auch wer im Urlaub auf Kultur nicht verzichten möchte, wird an der Costa Brava fündig. Ein "Muss" für Kunstinteressierte ist das berühmte Dali-Museum in Figueres im Hinterland des Golfs von Roses. Salvador Dali selbst hat das Museum in seiner Heimatstadt konzipiert und im umgebauten Stadttheater eingerichtet. Der 1989 verstorbene exzentrische Künstler ist in seinem eigenen Museum bestattet. Freunde der Töpferkunst können in La Bisbal d'Empordá eine der Keramikwerkstätten besuchen oder die dort traditionell hergestellten Produkte in den zahlreichen Shops kaufen.

Im Süden der Costa Brava, unweit der Massenpartymeile von Lloret de Mar, gibt es in Tossa de Mar einen ruhigen Campingplatz an der wilden Steilküste: Camping Cala Llevado bietet Erholung auf heimeligen Nischenterrassen im weitgehend naturbelassenen Wald über kleinen Badebuchten, eine davon speziell für FKK-Freunde. Steile Treppen führen zum Strand, und es gibt auch einen Pool mit Panoramablick über das Meer.

In Blanes schließlich endet die Costa Brava mit dem Übergang zur Costa del Maresme, die zu Barcelona gehört. Blanes (40.000 Einwohner) wurde zwar von den Bausünden der 1970er Jahre mit mehrstöckigen Wohn- und Hotelblocks direkt am Meer nicht verschont, verfügt aber auch über eine ganze Reihe von Campingplätzen, die teilweise direkt am Meer liegen und vom Strand nur durch die Küstenstraße getrennt sind. Aber auch hinter den Hochhäusern gibt es Plätze mit schönen Pool- oder Sportanlagen (z.B. Camping Solmar) und sogar SPA-Angeboten, von denen man in wenigen Minuten den Sandstrand erreicht.
Wer sich für Pflanzen interessiert, sollte einen Besuch im Botanischen Garten "Marimurtra" nicht versäumen. Die rund 17 Hektar umfassende Anlage über dem Meer nördlich von Blanes wurde von dem deutschen Unternehmer und Botaniker Karl Faust gegründet.

Kulinarisch bieten Katalonien und die Costa Brava so viel, dass im Urlaub die eigene Campingküche ruhig ab und zu kalt bleiben kann. Am beliebtesten sind - wie sonst in Spanien auch - die Tapas: kleine Häppchen, die vom typischen Tomatenbrot über luftgetrockneten Schinken, Gemüse, frittierten Fisch und Fleischbällchen je nach Fantasie des Küchenchefs bis zu Fischcarpaccio und raffiniert eingelegten Meeresfrüchten reichen. Überhaupt stehen Fisch und Meeresfrüchte ganz oben auf den Speisekarten. Das gilt sowohl für viele Campingrestaurants als auch für gastronomische Highlights wie das Restaurant "Compartir" in Cadaques oder das Land-Gasthaus "Can Xiquet" in Campllong bei Girona. Weinfreunde lassen sich den prickelnden katalanischen "Cava" ebenso schmecken wie die erlesenen Tropfen vom Castillo Perelada oder anderen Spitzenerzeugern.

Die jährliche Campingsaison an der Costa Brava beginnt kurz vor Ostern und dauert je nach Campingplatz bis Ende September oder auch bis in den Oktober. Nur wenige Plätze haben ganzjährige Angebote. Der Campingplatzverband "Campings de Girona", in dem rund 80 Plätze organisiert sind, hat einen eigenen Campingführer herausgegeben.

Infos im Internet:
www.campingsingirona.com


27.09.12

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